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17.-24. Türchen 2016

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Zuletzt aktualisiert am Samstag, den 24. Dezember 2016 um 11:47 Uhr Geschrieben von: Yvonne Dienstag, den 20. Dezember 2016 um 12:47 Uhr

So, Ihr Lieben, es ist geschafft: Weihnachten ist da. Vor lauter Begeisterung habe ich versehentlich mein Türchen 17 bis 20 überschrieben und komme jetzt nicht mehr dran. Aber es ist ja nicht so schlimm, eigentlich sollte das 16. Türchen ja ohnehin mein letztes sein.

Es ist schade, dass ich meinen Kalender unterbrechen musste, aber wenn Arbeit kommt, die bis zum 23. erledigt werden muss und deren Umfang sich schwer abschätzen lässt, hat man nicht wirklich eine Alternative.

In den Tagen bis gestern ist die Entspannung entsprechend zu kurz gekommen. Aber mit zwei nächtlichen Einsätzen ist doch noch alles fertig geworden. Und nun muss ich zwischen den Jahren doch nicht arbeiten und kann etwas zur Ruhe kommen. Gestern war ich erst einmal in der Badewanne. Nun dufte ich nach Granatapfel und Nelke, ein bisschen wie ein Weihnachtsplätzchen.

Ich hoffe, es ist Euch gut ergangen und Ihr könnt entspannt in die Feiertage starten. Ich möchte mich nochmals bei allen fürs Mitlesen bedanken.

Außerdem bedanke ich mich bei denen, die mich das Jahr über begleitet haben, besonders bei meiner und Christians Familie, meinen Kommilitonen und Mitbewohnern und meinen treuen alten wie neuen Freunden und Bekannten. Habt wunderschöne Weihnachten und kommt gut ins Jahr 2017, das für uns alle hoffentlich besser beginnt und verläuft als 2016. Alles Liebe, Yvonne
 

16. Türchen 2016

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Zuletzt aktualisiert am Freitag, den 16. Dezember 2016 um 19:32 Uhr Geschrieben von: Yvonne Freitag, den 16. Dezember 2016 um 19:09 Uhr

Leider muss ich mich mit diesem Türchen von Euch und dem diesjährigen Adventkalender verabschieden. Ich habe einen sehr umfangreichen Auftrag bekommen, der mich voraussichtlich Tag und Nacht bis einschließlich zum 23. Dezember beschäftigen wird. So ist es in der Selbstständigkeit, vieles ist nicht planbar und oft kommen große Aufträge nicht dann, wenn man auf sie wartet, sondern viel später.

Ich hoffe, Ihr habt weiterhin eine schöne Adventszeit und es gelingt Euch auch ohne meinen Kalender, die Mußestunden in der vorweihnachtlichen Hektik zu finden. Herzlichen Dank an alle, die hier regelmäßig mitgelesen und auf Facebook so nett kommentiert haben. Ich wünsche Euch schöne Weihnachten mit Eurer Familie und einen guten Start ins Jahr 2017. Ich habe wieder Freude am Blogschreiben gewonnen und denke, wir werden uns bald wiederlesen. Bis dahin alles Liebe!
 

15. Türchen 2016

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Zuletzt aktualisiert am Donnerstag, den 15. Dezember 2016 um 23:12 Uhr Geschrieben von: Yvonne Donnerstag, den 15. Dezember 2016 um 22:45 Uhr

Heute früh bin ich krank aufgewacht. Ich habe schon länger immer wieder Husten und Schnupfen, aber heute habe ich mich zum ersten Mal richtig krank gefühlt, hatte Kopfschmerzen und war etwas wacklig auf den Beinen. An solchen Tagen hilft nur eins: entschleunigen.

Der Begriff ist ja etwas abgenutzt. Ich meine es wirklich wörtlich. Alles, was ich tue, mache ich in Slow Motion. Ich esse langsam und bewege mich bedächtig, denn wenn man krank ist, hilft es nicht weiter, einen neuen Effizienzrekord aufzustellen.

Heute Morgen habe ich erst einmal ein Erkältungsbad genommen. Ich habe fast eine Stunde in der Badewanne verbracht und die ätherischen Öle wie Minze und Eukalyptus eingeatmet. Am Ende war meine Nase so frei, dass ich den angenehmen beerigen Duft meines Lieblings-Duschbads riechen konnte und habe mich damit in aller Ruhe eingeschäumt. Danach ging es mir schon ein wenig besser.

Anschließend habe ich etwas gegessen und einen Tee getrunken, eine Serienfolge angeschaut und mich dann ins Bett gelegt. Schlafen ist ja die beste Medizin, aber mit Kopfschmerzen geht das nicht so gut. Nach dem Baden war es deutlich angenehmer.

In der Ruhe liegt die Kraft

Als ich am frühen Abend aufgewacht bin, ging es mir schon besser. Die Nase ist wieder frei und die Kopfschmerzen sind nicht weg, aber deutlich erträglicher geworden. Was es doch ausmacht, wenn man sich Ruhe gönnt - darüber staune ich immer wieder.

Die Erkältung hat sich jedenfalls den richtigen Zeitpunkt ausgesucht. Normalerweise muss ich donnerstags in die Uni, es besteht Anwesenheitspflicht. Aber gerade in dieser Woche ist die Dozentin nicht da und der Kurs fällt aus. Nächste Woche wird es wieder stressig, aber bis dahin geht es hoffentlich besser.

Nach dem Abendessen und einem leckeren Pfefferminztee habe ich einen weihnachtlichen Film gesehen, den Michel aus Lönneberga ausgelesen und eine Süßigkeit aufgegessen, die mein Freund und ich gestern auf dem Weihnachtsmarkt entdeckt haben. Am Stand mit den Lebkuchenmännern auf dem Bild hier gab es verschiedene große Teigballen mit Füllung, die man mit einem Hammer (siehe oben) zerschlagen und anschließend die zerbröckelten Teile gegessen hat. Unserer war mit Champagnertrüffeln gefüllt und ich finde, Trüffel sind einfach das Größte.

Nun werde ich nicht mehr viel machen, sondern früh schlafen gehen. Morgen habe ich nämlich noch ein paar weihnachtliche Besorgungen zu machen. Ich bin aber guter Dinge, dass es mir gut genug geht, um morgen wieder aus dem Haus zu gehen.

Wer auch kränkelt, sollte idealerweise so einen Entschleunigungstag einlegen, bevor die Krankheit ausbricht. Bleibt gesund - denn es sind nur noch 9 Tage bis Weihnachten! :-)
   

14. Türchen 2016

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Zuletzt aktualisiert am Donnerstag, den 15. Dezember 2016 um 01:30 Uhr Geschrieben von: Yvonne Donnerstag, den 15. Dezember 2016 um 00:03 Uhr

Es ist immer schwierig, zwischen der Zeit für Freunde und der Zeit für sich selbst die richtige Balance zu finden. In der Vorweihnachtszeit ist das noch komplizierter, weil es nur wenige Wochen vom Beginn der Weihnachtsmarkteröffnung bis zu seiner Schließung sind. Wie soll man genug Zeit finden, um allen Lieben gerecht zu werden und gleichzeitig die nötigen Mußestunden zu Hause finden? Denn wer die nicht findet und nur gestresst durch die Gegend läuft, macht auch seinen Mitmenschen wenig Freude.

Ich halte es immer so, dass ich zum Adventsbeginn auf Facebook alle meine Freunde und Kommilitonen zu einem gemeinsamen Abend einlade. Ich weiß, es gibt einige unter ihnen, die sich lieber nur zu zweit treffen und vielleicht auch Gespräche führen möchten, bei denen nicht Fremde mithören sollen. Dennoch ist das aus meiner Sicht wirklich die einzige Möglichkeit, alle zu sehen.

Dabei stelle ich immer wieder fest, wie schwer es vielen fällt, richtig zu planen. Diesmal habe ich gleich zu Beginn der Adventszeit, am 30. November, eingeladen. Erst haben etwa 10 Personen fest zugesagt, dazu einige mit "vielleicht" geantwortet. Je näher der Termin rückte, desto mehr sagten ab und am Schluss waren wir zu viert: mein Freund, eine Freundin, eine Übersetzerkollegin und ich.

Es war ein sehr netter Abend, aber ich wundere mich dennoch jedes Mal, dass es so schwierig ist zusammenzukommen, selbst wenn der Termin seit Wochen feststeht. Vor einigen Jahren habe ich ganz spontan eine Adventsparty organisiert, die daraus entstanden ist, dass mehrere Leute noch Schüsseln vom gemeinsamen Backen bei mir stehen hatten. Ich lud von einem auf den anderen Tag ein und war perplex: Etwa 20 Personen kamen zu der Feierlichkeit. Das heißt also: ungeplant klappt oft viel besser.

Sei denen gegenüber zuverlässig, auf die Du dich verlassen kannst - und habe Verständnis für die übrigen

Wieso fällt es uns allen so schwer zu planen? Ich glaube, dafür gibt es im Wesentlichen zwei Gründe: 1. Viele von uns muten sich den Menschen zuliebe, die wir mögen, oft zu viel zu (bis wir dann krank sind und wirklich nicht mehr aus dem Haus können). 2. Es gibt so viele Veranstaltungen auf engem Raum, dass es schwer fällt, eine Entscheidung zu treffen.

Ich denke, solche Absagen sollte man nie persönlich nehmen. Ich war schon öfter enttäuscht von der einen oder anderen Person, die kurzfristig absagte, und erfuhr dann in einem persönlichen Gespräch, dass sie eine ganz schwierige Phase hatte und eigentlich niemanden sehen wollte. Aber wer hat schon den Mut, offen zu sagen: "Ich kann leider abends nicht kommen, weil ich da immer weinen muss wegen meiner Scheidung/meiner Finanzsituation/des kürzlichen Todes eines Familienmitglieds/meines gemeinen Chefs". Eigentlich denke ich: Das sind unsere Freunde. Wenn wir ihnen nicht die Wahrheit sagen können, wem dann? Aber ich weiß, wie schwer es sein und wie man sich auch einer Wahrheit schämen kann.

Ich habe für mich die Konsequenz daraus gezogen, Verabredungen nur dann um jeden Preis einzuhalten (also auch wenn ich einen harten Tag hatte, sehr müde oder krank bin), wenn die andere Person ebenfalls ihre Verabredungen einhält. So war ich gestern mit der Freundin noch einmal auf dem Weihnachtsmarkt, die bereits bei unserem Gruppentreffen dabei war. Wir hatten einen sehr netten Abend und sind nachher ins Extrablatt essen gegangen (daher stammen die Fotos) - und das obwohl sie krank war und ich einen besonders anstrengenden Tag hinter mir hatte.

Abzusagen heißt nicht, dass man die Person, um die es geht, nicht gern genug hat. Es heißt vielleicht, dass man sich sehr unwohl fühlt oder dass man gerade gestern eine andere Verabredung einhalten wollte, dass man sich - wieder einmal - für stärker gehalten hat als man ist und nicht rechtzeitig gemerkt hat, dass in den Tagen kurz vor Weihnachten zu viel gleichzeitig ansteht.

Also Ihr Lieben, setzt Euch nicht zu sehr unter Druck und seid nicht traurig, wenn Ihr nicht alle Eure Freunde vor Weihnachten noch seht. Nächstes Jahr ist auch noch ein Jahr.
 

13. Türchen 2016

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Zuletzt aktualisiert am Mittwoch, den 14. Dezember 2016 um 23:55 Uhr Geschrieben von: Yvonne Mittwoch, den 14. Dezember 2016 um 22:52 Uhr

Der Advent ist nicht nur die Zeit, in der man Weihnachtsmärkte besucht, Plätzchen backt und Familie und Freunde trifft. Er liegt auch am Ende des Jahres und folglich kommt es vor, dass man darüber nachdenkt, was man im vergangenen Jahr eigentlich erreicht hat und wo man noch hin will. Solche Gedanken haben mich gestern davon abgehalten, dieses Türchen pünktlich zu schreiben.

Als ich mein erstes Studium abschloss, wusste ich ganz genau, wohin ich wollte: In die Kulturredaktion einer großen Zeitung, wo ich wie ein kleiner weiblicher Marcel Reich-Ranicki (damals lebte er noch) große Werke der Literatur rezensieren würde. Allerdings ging es mir nicht so sehr darum, das Geschriebene eines Autors in der Luft zu zerreißen. Viel mehr wünschte ich mehr, dass überhaupt mehr Leute lesen und das sie eines erkennen: Schriftsteller sind keine Übermenschen, nicht über alle Probleme des täglichen Lebens erhaben. Sie sind Menschen mit ganz alltäglichen Problemen und Gedanken, die sie in ihren Werken verarbeiten, ebenso wie das Musiker und Maler tun. Goethe etwa schrieb den Werther, der aus Kummer um eine unerreichbare Liebe, eine verheiratete Frau, Selbstmord begeht - und so verarbeitete Goethe seinerseits eine ähnliche Enttäuschung.

Ich brauchte Jahre um festzustellen, dass ich keine gute Journalistin werden würde. Zwar schrieb ich gerne und liebte es, mich mit Menschen und ihren unterschiedlichen Interessen, Hobbys und Berufen zu befassen. Aber ich war nie jemand, der gerne Verrisse schrieb, sich mit Leuten anlegte und sich mit Problemen beschäftigte, deren Lösung nicht im Mindesten in seiner Macht stand.

Erst viele Jahre später entdeckte ich, dass ich aber eine gute Pädagogin bin. Es macht mir Freude, mein Wissen appetitlich aufzubereiten und weiterzugeben und ich freue mich, wenn Menschen plötzlich ihre Liebe zu einem Buch, Film, klassischen Musikstück oder zum Kunstwerk entdecken und ich dazu beitragen durfte. Kultur wird nicht von Genies für Genies gemacht, sondern von Menschen für Menschen.

Da steh' ich nun, ich armer Tor und bin so klug als wie zuvor?

Nachdem mir das klar geworden war, lag es natürlich nahe, auch als Pädagogin zu arbeiten. Freiberuflich ist das auch machbar und ich bin dankbar für die wunderbaren Projekte, die ich begleiten und die Schüler, die ich auf ihrem Weg in die Literatur unterstützen durfte. Allerdings - obwohl ich viele Bekannte habe, die das sehr erfolgreich bewältigen - denke ich nicht, dass eine Selbstständigkeit für die Ewigkeit gemacht ist. Für einige Jahre ist es eine gute Schule, weil man sich genau in die Richtungen entwickeln und weiterbilden kann, in die man möchte.

Als Selbstständiger lebt man aber auch immer mit einem gewissen Risiko, etwa dass man entweder nur noch arbeitet, weil man viele Kunden hat, die alle gleichzeitig ein Anliegen haben, oder plötzlich viel zu wenig passiert, weil Kunden gerade keine entsprechen Anfragen haben. Diese und andere Dinge ermüden einen über die Jahre und man wünscht sich wieder eine feste Aufgabe, die einen davon befreit, 50 Dinge gleichzeitig im Kopf zu haben und einem gestattet, sich nur auf eine Sache zu konzentrieren.

So habe ich in diesem Jahr versucht, einen Weg in die Pädagogik zu finden, indem ich etwa als Lehrerin oder Dozentin an der Uni arbeite. Ich fand die Wege versperrt. In beiden Bereichen, stellte ich fest, ist kein Quereinstieg erwünscht. Lehramtsstudenten müssen umfangreiche Praxiserfahrungen sammeln, deren Verteilung genau reguliert ist, und wer einmal längere Zeit aus der Uni raus ist, kann zwar promovieren, hat aber keine Chance mehr, als Dozent zu arbeiten. Das haben meine Erkundigungen ergeben.

Ich habe mich über diese Informationen gewundert. Ist nicht ein lebenserfahrener Lehrer, ein Lehrer, der sich in seinem Fachgebiet auch in der freien Wirtschaft bewähren musste, ein besserer Lehrer?

Wie auch immer - diese Ergebnisse haben mich über Monate blockiert. Wenn man genau weiß, was einem liegt und es dann nicht erreichen kann, braucht man Zeit. Zeit, um sich klar zu werden, worauf es ankommt.

Erst in den letzten Tagen, beim allmählichen Entspannen, ist mir bewusst geworden, dass sich meine eigentliche Vision nicht geändert hat und sich auch nicht ändern wird, falls ich nicht in diesem Bereich arbeiten kann. Es geht mir immer noch darum, Menschen die Freude an Kultur zu vermitteln und ihnen die Angst davor zu nehmen, dass Kultur nur etwas für eine entsprechend ausgebildete Elite ist. Und wenn ich das nur auf diesem Blog oder in einem meiner eigenen Bücher tun kann, dann ist das erreichbare Publikum kleiner, aber es ist doch da.

So viel zu meinen Überlegungen zum Jahresende. In Türchen Nummer 14 werde ich Euch dann verraten, wo ich die schönen Fotos gemacht habe, die hier zu sehen sind.
   

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